12.172014
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Wie Yoga und Meditation den Weg zu mir fanden …

Wie Yoga und Meditation den Weg zu mir fanden …

 … und warum ich besondere Kraft daraus schöpfe – gerade auch seit meiner Brustkrebserkrankung!

Nun da sitze ich vor dem weißen, leeren Blatt und weiß nicht recht, wo ich anfangen soll … Am besten ganz von vorn:
Viele Jahre lebte ich in dem Gefühl immer funktionieren und immer noch eins drauf packen zu müssen, war stolz darauf viel zu leisten, beruflich wie privat. Die Stimme meines Körpers, die mir regelmäßig zeigte, dass mir eigentlich alles zu viel war, drängte ich lange Zeit erfolgreich beiseite.

War ich doch irgendwann der Meinung, das Gefühl im Hamsterrad unterwegs und ausgebrannt zu sein, Kopfschmerzen und Verspannungen zu haben, wären das Schicksal der heutigen Zeit, denn vielen anderen um mich herum ging es doch ganz ähnlich. Ich sah keinen Ausweg aus der Situation, wollte ich doch Familie, Beruf, Freunde, Sport und unter einen Hut bringen.

Irgendwann jedoch entdeckte ich – nach zahlreichen Massagen und Krankengymnastikterminen, die mir immer für einen kurzen Moment Entspannung versprachen, Yoga für mich! Meine ersten Yogastunden haben mich so sehr beeindruckt, weil ich eine nie gekannte – andauernde Entspannung erlebte! So sehr begeistert entschied ich selbst eine Ausbildung als Yogalehrerin zu absolvieren, um dieses Erlebnis anderen Gestressten weitergeben zu können.

Einige Jahre habe ich tatsächlich viele Menschen auf ihrem Yoga- und Meditationsweg begleiten dürfen, bis 2011 meine Brustkrebsdiagnose mein Leben und das meiner Familie komplett aus den Bahnen warf.

Ich erlebte Chemotherapie, Operation und Bestrahlung, die Behandlung mit Antikörpern und Hormontherapie und musste feststellen, dass ich viele Nebenwirkungen, die ich von anderen betroffenen Frauen mitbekam, nicht erleiden musste. Mit Hilfe meiner Yogapraxis gelang es mir Lymphödeme zu vermeiden, die Beweglichkeit der operierten und bestrahlten Körperregionen zu erhalten, Knochenschmerzen als Folge der Hormontherapie waren mir unbekannt … – um nur einiges zu erwähnen. Selbst meine behandelnden Ärzte waren erstaunt, wie gut ich alle Therapien vertrug und wie positiv ich gestimmt war.

Die Idee zu yoga for the cure war geboren!

Zusammen mit Ramona Lauer kam ich im Sommer 2011 auf die Idee, meine positiven Erfahrungen mit Yoga und Meditation an andere Brustkrebspatientinnen weiterzugeben. Wir wollten zunächst im Raum Hessen möglichst viele Studios und Yogaschulen gewinnen, die mit uns gemeinsam an einem Tag zeitgleich Yoga auf Spendenbasis praktizieren. Die gesammelten Spenden sollten einem Brustkrebsprojekt zu gute kommen. Wir konnten Susan G. KOMEN von unserer Idee begeistern und merkten schnell, dass auf Seiten der Yogastudios großes Interesse herrschte uns zu unterstützen.

Mit viel Energie und Freude wurden es letztendlich knapp 70 Studios, die teilnehmen wollten! Wir waren so begeistert und konnten über 16.000 Euro an den beiden yoga for the cure days 2012 und 2013 spenden, um verschiedene Projekte zu finanzieren.
Als ich leider in diesem Jahr erneut mit Krebs in Form von Knochenmetastasen konfrontiert wurde, war es erneut ein herber Schlag, vielleicht noch bedrohlicher und angsteinflößender als beim ersten Mal.

Ich beschloss daher meine Meditationspraxis noch zu intensivieren, mit dem klaren Ziel, meine Selbstheilungskräfte zu stärken. Die Meditation gibt mir so unglaublich viel. Ich meditiere während langwierigen Untersuchungen und kann so meine Ängste bändigen. Täglich meditiere ich vor dem Aufstehen und am Abend vor dem Schlafen und natürlich auch beim Gassi gehen mit meinem Hund. Die Meditation gibt mir Kraft, Ruhe und bringt mich in die Balance. Ich glaube fest an die positive Wirkung auf mein Immunsystem und lese immer wieder auch von Studien, die genau das bestätigen.

Regelmäßig werde ich darauf angesprochen, wie positiv ich trotz dieser Krankheit durch das Leben gehe und ich denke wirklich es liegt an Yoga und Meditation, weil es mir dadurch gelingt, anzunehmen was ist und zu versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.
Ich lebe gerne, genieße diesen Moment, ganz achtsam, im Hier und Jetzt!
Und ich hoffe, ganz viele Menschen, ob gesund oder krank, zu erreichen, um die positive Energie und die innere Ruhe und Gelassenheit mit auf Ihren Weg zu geben.

Weiterführende Links:

Sind Yoga und Meditation gut für unser Erbgut?

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